Preisbildung und die Bedeutung davon – wichtige Wirtschaftsbegriffe

Preisbildung und die Bedeutung davon – wichtige Wirtschaftsbegriffe
Psychologische Faktoren spielen beim Nachfrageverhalten eine Rolle, z. B. psychologische Preisschwellen:
Anbieter versuchen immer, bestimmte Schwellenwerte zu unterbieten und sei es nur minimal. Daher kostet z.B. ein Auto 29 900 € und eben nicht 30 000 € und die Tüte Chips 1,99 € und nicht 2 €. Das Käuferverhalten orientiert sich nachweisbar an solchen Schwellen.
■ Funktion von Preisen Die Preise haben verschiedene Aufgaben: Der Marktpreis übernimmt zum einen eine Ausgleichsfunktion und räumt den Markt. Beim Gleichgewichtspreis kommen alle Anbieter und Nachfrager zum Zuge, die bereit sind, ihre Güter bei diesem Preis zu verkaufen bzw. bei diesem Preis zu kaufen. Der Gleichgewichtspreis führt damit zum größtmöglichen Umsatz auf dem Markt. Der Marktpreis hat eine Ausschaltungsfunktion, da diejenigen Anbieter vom Markt ausgeschaltet werden, die wegen zu hoher Kosten nicht konkurrenzfähige Erzeugnisse produzieren und deshalb Preissenkungen am Markt nicht mitmachen können. Genauso werden diejenigen Nachfrager ausgeschaltet, die den Marktpreis eines Gutes nicht bezahlen können oder wollen.

Zum anderen besitzt der Marktpreis Lenkungs- oder Verteilungsaufgaben, da seine Höhe die Menge der Güter beeinflusst, die in der Volkswirtschafproduzierwerden (Zuteilungs- oder Rationierungsfunktion). Steigt z.B. der Preis für ein Gut, ist das ein Ausdruck für eine höhere Bewertung dieses Gutes durch die Verbraucher. Sinkdagegen der Marktpreis eines Gutes, bedeutet das, dass dieses Gut in der Bewertung der Verbraucher fällt. Die Höhe des Marktpreises zeigt damit einerseits, welche Güter von den Verbrauchern gewünscht bzw. nachgefragt werden, andererseits den Grad der Knappheit eines Gutes.

Steigt der Marktpreis für ein Gut, haben die Hersteller solcher Güter einen Anreiz, ihre Produktion zu erhöhen, da sich damit ihre Chancen auf höhere Gewinne verbessern. Daneben regen hohe Marktpreise zusätzliche Hersteller dazu an, gleiche, ähnliche oder bessere Güter zu produzieren (Anreizfunktion). Sinkende Preise führen dagegen normalerweise zur Verringerung der Produktion. Die Marktpreise sorgen also dafür, das in einer marktwirtschaftlich organisierten Volkswirtschafgenau die Güter produziert und bereitgestellt werden, die den Wünschen der Verbraucher entsprechen und am Markgekauft werden (Allokationsfunktion).
■ Der Verfall der Telefonpreise nach Ende des Telefonmonopols der Deutschen Telekom AG ist ein gutes Beispiel für die Preisbildung bei Veränderungen von Angebot und Nachfrage. Versuche, weitere Beispiele für die Wirkung des Preismechanismus zu finden.
■ DILLER, HERRMANN und HERRMANN, ANDREAS (Hrsg.): Handbuch Preispolitik. Wiesbaden (Gabler) 2003.
■ FEHL, ULRICH und OBERENDER, PETER: Grundlagen der Mikroökonomie. München (Vahlen) 82002.
■ Müller, Klaus: Mikroökonomie. Mit Aufgaben und Lösungen. Chemnitz (GUC) 22001.
■ Seidel, Hors und Temmen, Rudolf: Grundlagen der Volkswirtschaftslehre. Bad Homburg (Gehlen) 212003. Fortsetzung von S. 331 Händler am Markgeforderten Preis entspricht.

Verbraucherpreisindex im März 2004

Abteilung

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke

Index

(2000=100)

105,3

Veränderung

gegenüber

Vorjahr

-0,2

Veränderung

gegenüber

Vormonat

-0,2

alkoholische Getränke, Tabakwaren 119,6 7.5 7,1
Bekleidung und Schuhe 100,8 -0.7 1,3
Wohnung, Wasser, Strom, Gas usw. 105,9 0,8 0,2
Einrichtungsgegenstände, Haushaltsgeräte u. ä. 101.9 -0,3 0,1
Gesundheitspflege 119,4 16,7 0,0
Verkehr 107,7 0.2 0,4
Nachrichtenübermittlung 96,3 0,4 0,1
Freizeit, Unterhaltung u.ä. 99,3 -1.4 -0,8
Bildungswesen 108,9 2,9 0,0
Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen 105,8 0,6 -0,6
andere Waren und Dienstleistungen 108,2 1.8 0,0
Gesamtindex 105,7 1.1 0,3

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